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Veranstaltung
Erneuerbare Energien! - "Energieautarkes Allgäu - Chancen für die heimische Wirtschaft"
1. SPD-Energiekonferenz Allgäu in Kempten
Energieautarkes Allgäu ist machbar!1. SPD-Energiekonferenz Allgäu diskutiert mit Experten
Kempten. Im Mittelpunkt der ersten Allgäuer SPD-Energiekonferenz, die vom Füssener SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert initiiert, organisiert und in Kempten durchgeführt wurde, stand die Frage, ob die Möglichkeit besteht, das gesamte Allgäu allein mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Die aus unterschiedlichen Bereichen kommenden Experten beantworteten diese zentrale Frage einhellig mit „Ja“.
Erneuerbare Energien – Schlüssel für niedrige Strompreise
Alfons Renn, Gründer der Firma „Rennergy“ in Buchenberg, wies darauf hin, dass die fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle) genauso wie Uran endlich sind. Auch Dr. Wolfgang Seeliger von der Firma „Centrotherm photovoltaics“ in Blaubeuren, gab sich überzeugt, dass ein energieautarkes Allgäu in die Realität umgesetzt werden kann: „Die erneuerbaren Energien sind der Schlüssel dazu, dass die Strompreise zukünftig relativ niedrig gehalten werden können“. Überdies dürften sich die Kommunen und Verbraucher nicht von den vier großen Energieversorgern „am Nasenring führen lassen“. In seinem Plädoyer forderte Michael Lucke, Geschäftsführer des „Allgäuer Überlandwerks“ (AÜW), zunächst in einem ungewohnten Zeitmaßstab zu denken: „In 500 Wochen können wir das energieautarke Allgäu schaffen“, so Lucke. Entscheidend dafür sei die Zusammenschaltung von mehreren kleinen, dezentralen Kraftwerken mit Hilfe von intelligenten Netzen. In diese Richtung hatte in seinem Eingangsstatement auch Dr. Wengert gewiesen, als er die Perspektive eines „Internets der Energie“ postulierte.
Miteinander Geld verdienen
Für den umweltpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ludwig Wörner, ist es unumgänglich, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr miteinander über Energiefragen reden. Beispielsweise durch gemeinsam betriebene Blockheizkraftwerke oder Solar- und Windkraftanlagen sei es dann rasch möglich, „miteinander Geld zu verdienen“.
Kombinationskraftwerke als Modell für die Zukunft
Dr. Wolfgang Seeliger fand vor über zehn Jahren den Weg zu den erneuerbaren Energien auch nicht aus ökologischem Idealismus, sondern aus der Überzeugung heraus, dass darin ökonomisch die Zukunft liegt. Der Elektrochemiker propagiert ein Kombinationskraftwerk, das aus den Elementen Windkraft, Biogas und Solaranlagen besteht; als Energiespeicher soll dabei Wasserstoff fungieren. Das erste Element des Periodensystems könne dabei direkt genutzt werden: das noch bis in die siebziger Jahre hinein verwandte „Stadtgas“ war auch eine Mischung aus Methan und Wasserstoff, so Dr. Seeliger. Mit einem solchen Kombinationskraftwerk könne der jeweilige Betreiber dann ca. € 70 pro eingespeister Megawattstunde erlösen, in Spitzenlastzeiten sogar € 85 bis 90.
Wärmenutzung in der Debatte nicht vergessen
Alfons Renn ist es ein Anliegen, dass dem Aspekt der Wärmenutzung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. So sei es mit Hilfe seines Knowhows vor Weihnachten gelungen, einen Weiler bei Leutkirch bereits jetzt energieautark zu machen. Für eine stärkere Beachtung des Wärmesektors sprach sich auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler, Mitglied des Umweltausschusses, aus. Sie forderte, die Investitionen im Wärmebereich heizkostenneutral zu gestalten und bei den erneuerbaren Energien die richtigen Weichenstellungen zu setzen. Alfons Renn bemängelte, dass es in den vergangenen zehn Jahren keine stabile Förderpolitik für die erneuerbaren Energien gegeben habe: „Verlässlichkeit ist wichtig für den Bürger, damit er investieren kann“, so Renn.
Thema bleibt aktuell - Weitere Energiekonferenzen folgen
Abschließend wies der Photovoltaikspezialist Dr. Seeliger darauf hin, dass dem „solaren Bauen“ mehr Beachtung geschenkt werden müsse, denn „die eingesparte Energie ist die billigste Energie“. Dr. Paul Wengert, der den Diskussionsabend im vollbesetzten Kornhaussaal moderierte, kündigte an, an diesem wichtigen Thema „dranzubleiben“ und weitere Energiekonferenzen auszurichten.






